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April 2006 \par \par }{\insrsid1734408 Interview mit dem Vorsitzenden des \par Verbands Privater Bauherren (VPB), Thomas Penningh. \par }{\insrsid1734408 \par \par }{\insrsid1734408 \par Das Interview mailen wir Ihnen gerne zu. Dazu stehen ein Foto von Thomas Penningh und eine Pressemitteilung zur Verf\'fcgung. Bestellungen bitte unter der Telefonnummer 06257 507990. Das Interview kann selbstverst\'e4 ndlich auch auszugsweise verwendet werden. Gerne vermitteln wir Ihnen auch ein pers\'f6nliches Interview mit dem VPB-Vorsitzenden. \par }{\insrsid1734408 \par \par }{\insrsid1734408 \par Frage: \par Herr Penningh, alle Jahre wieder befragt der VPB seine inzwischen \'fcber 70 bundesweit t\'e4tigen Bausachverst\'e4ndigen nach der aktuellen Lage am Bau. Wie sieht es denn aus am Bau? \par \par Antwort: \par Die Lage hat sich gegen\'fcber den vergangenen Jahren nur geringf\'fcgig verbessert. Gro\'dfe Sorgen macht uns nach wie vor der unzureichende Verbraucherschutz f\'fcr private Bauherren. \par \par Frage: \par Was ist das gr\'f6\'dfte Problem? \par \par Antwort: \par Es gibt immer noch keine rechtlichen Vorschriften \'fcber den Inhalt von Bauvertr\'e4gen. In nur neun Prozent aller Bauvertr\'e4ge werden die \'84Mindestanforderungen an Bau- und Leistungsbeschreibungen\'93 zu Grunde gelegt. Bautr\'e4 ger diktieren in ihren Bau- und Leistungsbeschreibungen immer noch s\'e4mtliche Konditionen, Zahlungspl\'e4ne und Termine beliebig. Der Bauherr glaubt der Werbung und unterzeichnet einen mangelhaften Vertrag im guten Glauben, daf\'fcr ein schl\'fc sselfertiges Haus zum Festpreis zu bekommen. \par \par Frage: \par Und bekommt er das denn nicht? \par \par Antwort: \par Nein. Zwei Drittel aller Bau- und Leistungsbeschreibungen haben nach unseren j\'fcngsten Untersuchungen eklatante M\'e4ngel! Dort fehlen unentbehrliche Leistungen, die aber im Festpreis f\'fcr ein schl\'fcsselfertiges Haus enthalten sein m\'fcssten. \par \par Frage: \par Was fehlt zum Beispiel? \par \par Antwort: \par Zum Beispiel der Erdaushub. Wenn Sie bauen wollen, m\'fcssen Sie die Baugrube ausheben. Das kostet Geld, und der Aushub muss irgendwo deponiert werden. Das ist Teil jeden Baugeschehens. Aber auch das wird oft in den Vertr\'e4gen nicht aufgef\'fc hrt und dem Kunden hinterher zus\'e4tzlich in Rechnung gestellt. \'c4hnlich ist es mit den verschiedenen Vermessungsarbeiten, die zum gro\'dfen Teil gesetzlich vorgeschrieben sind. Aber im Bauvertrag tauchen sie oft nicht auf \endash schlagen also sp\'e4 ter zus\'e4tzlich zu Buche. Das gleiche gilt f\'fcr die Erschlie\'dfungskosten. Auch sie sollten selbstverst\'e4ndlich im Vertrag f\'fcr ein schl\'fcsselfertiges Haus enthalten sein. Leider ist das aber h\'e4ufig nicht der Fall. \par \par Frage: \par Haben Sie ein besonders dreistes Beispiel? \par \par Antwort: \par Ja, ganz konkret hatten wir eine Bau- und Leistungsbeschreibung, in der zwar der gesamte Dachaufbau detailliert beschrieben wurde, nebst Lattung und Konterlattung. Nur war von der W\'e4rmed\'e4mmung nirgendwo die Rede. Durch die detaillierte Beschreibung einerseits wiegt sich der Bauherr in Sicherheit und \'fcbersieht dabei ganz, dass andererseits etwas Wesentliches fehlt. Das kann man dem Bauherrn nicht vorwerfen, er ist schlie\'dflich Laie. Dem Bautr\'e4ger schon, der wei\'df genau, was er tut! \par \par Frage: \par In Ihrer Umfrage haben Sie festgestellt: vor allem im Keller h\'e4ufen sich die Baum\'e4ngel. \par \par Antwort: \par Gut 90 Prozent aller im vergangenen Jahr von uns begutachteten Keller hatten M\'e4ngel. Kellerw\'e4nde und Decken werden mangelhaft oder gar nicht abgedichtet. H\'e4ufig werden auch Lichtsch\'e4chte bei dr\'fcckendem oder stauendem Wasser von au\'df en nicht korrekt abgedichtet. Die Folgen sind absehbar und nur sehr aufw\'e4ndig und teuer zu sanieren. \par \par Frage: \par Wo liegt es noch im Argen? \par \par Antwort: \par Beim W\'e4rme- und auch beim Schallschutz wird gepfuscht. Das merkt der Hausk\'e4ufer aber erst, wenn er eine Zeitlang in seinem neuen Reihenhaus gewohnt hat. Au\'dferdem wird unserer Erfahrung nach viel zu sp\'e4t bemustert. Der K\'e4 ufer bekommt nur eine knappe Auswahl an m\'f6glichen Fliesen, B\'f6den, Treppen, Fenstern, T\'fcren oder Wandmaterialien vorgelegt. Er w\'e4hlt unter Zeitdruck und wird \'fcber Qualit\'e4t und eventuelle Mehrkosten kaum oder gar nicht aufgekl\'e4 rt. Das dicke Ende kommt dann bei der Abrechnung. \par \par Frage: \par Was raten Sie den Bauherren? \par \par Antwort: \par Das Beste ist nat\'fcrlich immer die Beratung vor Abschluss des Kaufvertrags. Dann kann der Sachverst\'e4ndige pr\'fcfen, was im angebotenen Bau- und Leistungsverzeichnis alles fehlt, und dem Bauherrn entsprechende Hinweise zum Nachverhandeln geben. \par \par Frage: \par Worauf m\'fcssen Hausk\'e4ufer beim Schl\'fcsselfertig-Haus noch achten? \par \par Antwort: \par Auf Zahlungspl\'e4ne, Termine und Sicherheitsleistungen. Nach wie vor leisten 65 Prozent aller Bauherren unfreiwillig Vorkasse. Das hei\'dft, der Baufortschritt entspricht nicht dem Stand der geleisteten Zahlungen. Geht der Bautr\'e4 ger in Konkurs, verliert der Kunde das voraus gezahlte Geld und hat nicht einmal eine entsprechende Bauleistung daf\'fcr bekommen. Weil 75 Prozent aller Bautr\'e4ger au\'dferdem keinerlei Sicherheiten einr\'e4 umen, ist das Geld in solch einem Fall unwiederbringlich verloren. Viel \'c4rger machen auch Termine. In vielen F\'e4llen sind sie im Vertrag nur vage fixiert. Wer allerdings seine Mietwohnung k\'fc ndigen muss und seine Finanzierung vorbereitet, der braucht verl\'e4ssliche Daten. \par \par Frage: \par Sie warnen neuerdings auch vor Reservierungsgeb\'fchren. Was hat es damit auf sich? \par \par Antwort: \par Immer mehr Bautr\'e4ger verlangen diese Reservierungsgeb\'fchr von im Schnitt 1.800 Euro. Damit ketten Sie die K\'e4ufer an sich, denn die Geb\'fchr verf\'e4llt, sobald der K\'e4ufer vom Vorvertrag zur\'fc cktritt. Um das Geld nicht zu verlieren, bleiben viele Bauherren bei der Stange, auch wenn sie ein ungutes Gef\'fchl dabei haben. \par \par Frage: \par Der VPB macht sich f\'fcr die verbindliche Einf\'fchrung der \'84Mindest-anforderungen an Bau- und Leistungsbeschreibungen f\'fcr Ein- und Zweifamilienh\'e4user\'93 stark, Sie erw\'e4hnten sie eingangs. Das ist ein la nger, komplizierter Name, was verbirgt sich denn dahinter? \par \par \par Antwort: \par Wir setzen uns nicht nur daf\'fcr ein, wir haben sogar ma\'dfgeblich daran mitgearbeitet, und zwar unter der \'c4gide des Bundesministerium f\'fc r Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Die Mindestanforderungen sind genau das, was der Name sagt. Sie sind eine Auflistung all der Details, die mindestens in jeden Bauvertrag hineingeschrieben werden m\'fcssen, damit der Bauherr sp\'e4 ter nicht nachzahlen muss oder auf einem mangelhaften Geb\'e4ude sitzen bleibt. \par \par Frage: \par Und diese Mindestanforderungen sind noch nicht verbindlich? \par \par Antwort: \par Nein, leider nicht, aber wir empfehlen nat\'fcrlich allen Vertragsparteien, sie freiwillig in den Kontrakt zu schreiben. Das ist schlie\'dflich auch ein Zeichen von Seriosit\'e4t seitens des Bauunternehmers.}{\insrsid14304208 \par }}